Good Practice Juli 2020

Konstruktive Gespräche zwischen Schule & Eltern

Für den Verein Schule & Elternhaus Kanton Bern ist die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern ein zentrales Thema. Deshalb veranstaltet sie jedes Jahr einen Erfahrungsaustausch für Eltern, Elternräte, Lehrpersonen, Schulleitungen, Behörden und Bildungsinteressierte zu aktuellen Themen.

So fand am 5. März zuerst die Mitgliederversammlung des Vereins statt und im Anschluss daran der ERFA-Anlass in Zusammenarbeit mit dem Institut für Weiterbildung und Medienbildung der PH Bern zum Thema «Konstruktive Gespräche zwischen Schule & Eltern». Dieses Jahr standen die Standortgespräche im Zentrum. Die Bildungsdirektion des Kantons Bern wertete diese Gespräche im Zuge von Lehrplan 21 auf und entwickelte dazu ein neues Formular. In der Informationsbroschüre für Eltern zur Beurteilung schreibt die Bildungsdirektion dazu: Das Standortgespräch ist das zentrale Element für die Vertrauensbildung und die Zusammenarbeit zwischen Schule & Elternhaus. S&E Kanton Bern schätzt sehr, dass die Sicht der Eltern gefragt ist. Gleichzeitig erleben sie in der Praxis, dass einzelne Eltern verunsichert sind und Gespräche nicht immer optimal ablaufen. Deshalb will der Verein Eltern informieren, stärken und Faktoren sammeln, die zu einem erfolgreichen Gespräch beitragen können.

Im Inputreferat erläuterte Ursula E. Brunner von der Pädagogischen Hochschule Bern die wichtigsten Faktoren für eine gelingende Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule. Gespräche zwischen Lehrpersonen und Eltern gelingen, wenn das Wohl des Kindes im Mittelpunkt steht und mit gegenseitigem Respekt sowie auf Augenhöhe kommuniziert wird. Durch das Standortgespräch weiss das einzelne Kind, wo es steht und was es braucht, um sich weiterzuentwickeln, zu verbessern und sein Potenzial zu entfalten. Gespräche bieten die Gelegenheit, Themen aus Sicht des Kindes (Selbsteinschätzung), der Eltern (Erfahrungen aus dem häuslichen Umfeld) und der Lehrperson (schulisches Umfeld) zu beleuchten und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Die Gesprächsführung liegt bei den Lehrpersonen, jedoch können auch Eltern zu einem erfolgreichen Verlauf beitragen, indem sie eine positive Haltung gegenüber der Schule und der Lehrperson innehaben und sich zusammen mit dem Kind lösungsorientiert auf das Gespräch vorbereiten.

Im Anschluss tauschten sich die Teilnehmenden aus über die wichtigsten Grundlagen zu Gesprächen im Kontext der Schule und darüber, welche Faktoren für ein erfolgreiches und konstruktives Gespräch berücksichtigt werden müssen. Nach einer angeregten Diskussion wurden folgende Punkte festgehalten.

  • Gute Vorbereitung auf das Gespräch
    Eltern beziehen das Kind in die Vorbereitungen ein.
    Welche Themen sind aktuell wichtig und sollen besprochen werden?

  • Ziele und Inhalte des Gespräches klären
    Zu Beginn des Gespräches werden die Inhalte und die daraus abgeleiteten Ziele festgehalten. Dabei sollen die Sichtweisen aller Beteiligten einfliessen.
    Durch welche Massnahmen/Unterstützung wird das gemeinsame Ziele erreicht?
    Wer trägt was dazu bei: Schülerin/ Schüler - Eltern - Lehrpersonen, Schule

  • Umgang mit Störungen
    Sollten in einem Standortgespräch Themen auftauchen, die nicht vor dem Kind besprochen werden sollten, können die Eltern das Gespräch abbrechen und einen zusätzlichen Termin ohne Kind verlangen.
    Möglicher Ankersatz: Jetzt fühle ich mich nicht mehr wohl, können wir dieses Thema an einem anderen Termin weiterführen?

Für S&E Kanton Bern war es ein gelungener, angeregter Abend und gleichzeitig der Einstieg in ein zentrales und wichtiges Thema. Es wurde deutlich, dass Bedarf an weiteren Inputs besteht. Ausserdem plant der Verein, einen Leitfaden für Eltern zusammenzustellen.

Haben Sie Fragen zu Planung und Ablauf oder brauchen Sie weiteren Informationen? Gabriela Heimgartner, bern(at)schule-elternhaus.ch, steht gerne zur Verfügung. 

 

Link zur Website von S&E Bern

Link zur Informationsbroschüre, die in 10 Sprachen zur Verfügung steht