Good Practice Februar 2019 - «Stärke statt Macht – macht stark»

«Stärke statt Macht – macht stark»

Gewaltprävention an der Schule Nebikon

Die Schule Nebikon erhielt für ihr Engagement in der Gewaltprävention den Kinder- und Jugendaward des Kantons Luzern. Alle Kinder von Kindergarten bis 6. Klasse setzten sich intensiv auseinander mit respektvollem Umgang untereinander und gewaltfreiem Austragen von Konflikten. Besonderen Wert legte die Schule auf eine nachhaltige Wirkung. So wird die Schulsozialarbeit künftig jährlich in allen Klassen einen Präventionsblock durchführen. Durch den Einbezug des schulischen Umfeldes ergaben sich für die Kinder Lernfelder in ganz unterschiedlichen Alltagsituationen.

Gewaltprävention als Teil eines Ganzen
Innerhalb ihrer Beteiligung am kantonalen Projekt «Sozialraumorientierte Schule» überprüfte die Schule Nebikon die bestehenden Aktivitäten im Bereich Gesundheitsförderung. Eine Arbeitsgruppe erhob im Herbst 2014 unter den Lehrpersonen den Gewaltpräventionsbedarf. Die Auswertung zeigte ein grosses Interesse für ein einheitliches Vorgehen, damit die Lernenden die Basiskompetenzen - Selbstwahrnehmung und Selbstbehauptung - jährlich wiederholend und mit einheitlichen „Instrumenten“ üben können.

In Zusammenarbeit mit dem Schweizerisches Institut für Gewaltprävention SIG wurde das Vorgehen geplant mit dem Ziel, an der Schule Nebikon einen respektvollen Umgang einzuüben und im Alltag zu pflegen. Das SIG hat die Unterrichtslektionen mit diversen Übungen aufgebaut. Den Schulsozialarbeitenden SSA kam eine besondere Bedeutung zu. Sie wurden im Bereich der Begrifflichkeiten und der Übungsleitung geschult und fungierten zu Beginn als Beobachtende der SIG-Fachperson während des Unterrichts, um in den weiteren Phasen die Lektionen selbstständig durchzuführen.

Gemeinsam für einen respektvollen Umgang
Das Projekt startete zu Beginn des Schuljahres 2016/17 mit einer Fortbildung für die Lehrpersonen. Von Januar bis März 2017 wurden alle Lernenden von Kindergarten bis 6. Klasse zum Thema respektvollen Umgang während vier Lektionen von der SIG-Fachperson und der Schulsozialarbeit geschult. Die Lehrpersonen waren während dieser Zeit anwesend und griffen anschliessend das Thema im Alltag auf.

Die Eltern und Erziehungsberechtigten wurden über das Projekt schriftlich informiert. Da die Kinder von Kindergarten und 1./2. Klasse besondere Unterstützung für die Umsetzung im Alltag brauchen, waren Eltern und enge Bezugspersonen eingeladen, sich am Unterricht zu beteiligen. Während zwei Lektionen lernten sie die Instrumente zur Konfliktbearbeitung kennen und konnten mit ihrem Kind üben.

Gemeinsam mit dem Elternrat organisierte die Schule im Januar 2017 eine Eltern-Veranstaltung, um aufzuzeigen, wie sie an einem positiven Schulklima arbeitet. Die Teilnehmenden lernten wertvolle Werkzeuge kennen, die auch zu Hause helfen, Konflikt- und Gewaltsituationen zu reduzieren oder professionell zu entschärfen.

Fazit
Durch die Unterrichtslektionen und die breite Vernetzung steht den Kindern und den Erwachsenen ein einheitliches und wirksames Vorgehen bei Konflikten zur Verfügung. So zeigt die Evaluation zum Beispiel, dass der «inneren Schiedsrichter» nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause ein Thema ist. Durch die Teamspiele wurden die gelernten Elemente verknüpft und trainiert, was gleichzeitig die Klasse als Team stärkte.

Die Fachstelle Elternmitwirkung dankt der Schule Nebikon für den Einblick in ihr Projekt und die gute Zusammenarbeit. Für Fragen oder Information wenden Sie sich bitte an Joachim Redondo, Schulleitung Primar Nebikon, schulleitung.primar@schule-nebikon.ch.


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